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Klimastreik ist Fixtermin

Kommt es nur mir so vor oder ist es so? Die Zeiten werden irgendwie politischer. Es wird wieder mehr um Themen gestritten und diskutiert, den Menschen sind die klimatischen Veränderungen, seit sie diese am eigenen Leibe spüren, auch nicht mehr so wirklich egal. Und Covid lässt auch keine*n kalt. Junge Leute und steigendes Politbewusstsein Sogar junge Leute informieren sich im Detail über Impfungen und entscheiden sich für diese, selbst wenn ihre Eltern das anders sehen. Also mich hättest du mit 17 sowieso alles impfen können, insbesondere mein politleeres Gehirn, ganz ehrlich. Maximal der angesagte Typ aus der Klasse über mir hätte mich noch aus irgendeiner Politlethargie rausholen können. Aber ich musste ja auch nicht. Für die faden Verantwortungsdinge waren die Erwachsenen da und für uns Jungen die Partys, die Schule und das Vereinshaus. Naja, die Spaß-Dinge für Jugendliche gingen letztes Jahr und auch das Jahr davor ja ziemlich flöten… Politische Einsatzgebiete noch und nöcher So und jetzt komme ich in den Gewissenskonflikt. Unterstütze ich die Aktionen gegen die Bildungsbeschneidungen der Stadt Wien aktiver noch als …

Christine alias Heldin im Chaos ist mit zwei Rucksäcken bepackt und blickt zu dir

Warum ich in der Genossenschaft für Gemeinwohl bin

Ich erinnere mich noch genau. Es war 2015 und noch sommerwarm, als ich mit dem Fahrrad zu meiner damaligen Arbeitsstätte unterwegs war. Beim Warten an der roten Ampel vor der letzten Straßenquerung entdeckte ich einen Aufkleber am Ampelmasten. Auf diesem war ein buntes Logo abgedruckt und sinngemäß die Frage, ob ich auch finde, dass Geld wieder mehr dem Gemeinwohl dienen sollte. Aha, meine mich in meinem Privatkämmerchen beschäftigenden Fragen haben also auch andere Menschen? Und diese sich als Genossenschaft für Gemeinwohl bezeichnende Gruppe ist auch noch so sympathisch old school, dass sie Aufkleber an Masten verteilt? Ich war gerade mal wieder auf der Suche nach einer neuen Bank, einer die klug und sinnvoll agiert, und dachte mir, dass ich bei der Gruppe vielleicht fündig würde. Doch brauchte es exakt noch weitere fünf Jahre, bis ich schließlich Kontakt aufnahm und ganz stolz meine ersten Genossenschaftsanteile unterschrieb. Work und Life Balanceakt Was lag dazwischen? Wie so oft und bei den meisten: das Leben. Andere Dringlichkeiten. Unmittelbareres als ein doch auf den ersten Blick eher abstraktes Gemeinwohlprojekt. In …

Chaos-Bekenntnisse

Präambel. Chaos ist vielschichtig. Chaos hat aber immer mit Unordnung zu tun. Die Unordnung kann überall sein. Innen wie außen. Chaos fühlt sich nicht immer gleich an. Es kann sich lebendig anfühlen oder erdrückend. „Chaos“ eignet sich weder als Ziel noch als Methode und bringt doch viel hervor. Und auf einmal wird klar, warum Weltkrise und mein Kleiderschrank zusammenhängen. Überall herrscht Unordnung. heldinimchaos Das Chaos in der Welt. Klimakrise, Autoritäre Politik, Ungerechtigkeit sind einige seiner schwärzesten Namen. Es handelt sich um eine Form von heillosem Chaos. Dieses Chaos ist verrückt, zerstörerisch und tragischerweise langlebig. Was kann der Einzelne tun? Hilft der Gang der kleinen Schritte? Wer stellt die Lobby für die, die keine Stimme haben? Neben der Zivilgesellschaft sind hier die Politik und Großunternehmen am meisten in der Verantwortung zu handeln. Das Chaos im Abstellraum. Die Werkzeugkiste gehört endlich einmal wieder sortiert und warum, verflucht noch einmal, ist das Bücherregal schon wieder bis oben zugestopft? Von was trenne ich mich leicht, von was nicht und warum, herrjemine, muss ich das entscheiden? Wer führt die Sachen …

Demokratie geht einfacher als gedacht

2021 rufe ich als das Jahr der Demokratie aus. War so echt nicht geplant. Aber ihr wisst eh, unverhofft kommt oft. Da ist alles auf Rückzug, Vereinzelung, Meidung sozialer Kontakte angelegt (denn eingehalten wird es angeblich ja eh nicht mehr ganz so, siehe Datenauswertung mithilfe der Tracking-App) und dann komm ich daher und mache Stimmung für mehr Gemeinschaftlichkeit, für den Blick über den eigenen Tellerrand und die bewusste Teilnahme an demokratiefördernden Aktionen!!? So richtig Antitrend also. Was soll das bitte? Ignoriere ich die aktuelle Krise? Habe ich etwa zu viel Zeit? Das habe ich mich nämlich tatsächlich auch schon selbst gefragt … Frühlingserwachen aus der Isolierung Aber nein, nein, und nochmals nein. So ist es nicht. Mich strauchelt es genauso wie alle anderen. Ich bin müde und will endlich mehr Sonne am Himmel (wegen der Stimmung) und Licht am Horizont (wegen der Zukunft). Aber so paradox es klingen mag: eben, weil ich gefühlt wenig Zeit habe und weil ich keine Zukunft in der dauerhaften Isolierung sehe, ist in mir der Ruf nach mehr Gemeinschaft, mehr …

Weihnachtspost 2020

Weihnachtspost 2020

Liebes Kurzkindl, lieber Tannenkogler, liebes Christkind in CC, Weihnachten steht vor der Tür und mein Wunschzettel ist reich gefüllt. Nur wie blöd, kein Wunsch mag heuer die Shoppingmall erreichen, zu unsichtbar ist ihr Gehalt. Da helfen keine längeren Öffnungszeiten, keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen und auch keine Sonderlieferungen von amazon. Was wünsch ma uns denn heuer? Zuerst zum Unerfüllbaren: Ich wünsche mir die Pandemie weg, dass wir unsere Freunde und Familie endlich wieder mal umarmen dürfen, abbusseln und schmusen ist auch erlaubt, sogar dazu wären wir inzwischen bereit. Ich will das Glas meines Tischnachbarn aus Versehen leer saufen dürfen und nicht erst überlegen müssen, wer aller schon daran genippt hat und ob nun Virusgefahr herrscht. Maximal einen neuen Drink ausgeben, das wäre schön. Nein, besser noch gleich eine ganze Runde schmeißen, inmitten eines zum Bersten gefüllten Lokals. Mit lauter Musik und Stimmengewirr und meinetwegen auch Zigarettenrauch. Wir wünschen uns Besuche noch und nöcher bis unsere Vorräte, die reichlich angelegten, so ratzfatz weg sind, dass wir nur so staunen. Wir wünschen uns ein freies Herz, einen lockeren Scherz …

Menschen in Vogelperspektive

Mehr Massentests für alle

Diese Woche waren wir bei der Covid-Massentestung in der Stadthalle Wien. Also nicht alle von unserer Familie, sondern mein Mann und ich. Und auch nicht gemeinsam, sondern hintereinander. Er am Abend. Ich in der Früh. Wegen der Kinder. Eh klar. Covid-Massentestung klingt nicht sehr prickelnd, war es zu unser aller Überraschung jedoch sehr! Volle Punktezahl. Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits. Immer wieder, immer wieder, immer wieder Massentest Während die Testverweigerer*innen weiterhin aktiv für eine Nicht-Teilnahme mobilisieren, da sie die weihnachtliche Umarmung mit der Oma durch einen Positivbefund gefährdet sehen und die Pro-Testler*innen im Gegenzug dazu übergegangen sind, wie wild in den Social Medias gegen die Zuhausegebliebenen zu bashen, zitiere ich an dieser Stelle gerne eine Freundin nach ihrer ersten Massentesterfahrung: „Es war – ich trau es mich fast nicht sagen – genial. Super organisiert von A bis Z, alle freundlich, selbst beim vermutlich 1000sten Staberl noch ein Lächeln im Gesicht. Von mir aus könnte ruhig noch mehr getestet werden. Ich geh sicher wieder hin.“ Und das ist jetzt nicht ironisch gemeint. Bumsti. So öffentlichkeitsverhungert sind wir also …

Elita Waldfrau

Geht nicht, gibt’s nicht

30 Jahre jung, Absolventin der internationalen Entwicklungswissenschaften, Mutter zweier Kinder und angehende Gemeinschaftsentwicklerin in Graz-Maria Trost lebt Elisabeth Hutter ganz nach Pippi Langstrumpfs Prinzip „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Wilde Zeiten Deshalb darf es nicht wundern, dass sie während ich diese Zeilen verfasse, solo auf einer 5-tägigen Wanderung und Visionssuche in den österreichischen Wäldern unterwegs ist. Nur mit Rucksack, Zelt und etwas Wildnis-Wissen im Gepäck. Dieses hat sie sich in den letzten Monaten angeeignet, als sie in einer Wildnisschule eine Ausbildung zur Wildnispädagogin, offiziell heißt es Naturmentorin, gestartet hat. Da geht es um Handwerkskurse, Naturverbindung und Survival Skills. Klingt unkonventionell, ist es auch. Wie so einiges im Leben von Elisabeth. Haus und Hof Eli, wie sie liebevoll von ihren Freund_innen genannt wird, ist eine Anpackerin und pfeift auf vorgefertigte Geschlechterregeln. Stärker als so mancher Bursch in ihrem Alter hat sie etwa eigenhändig und ohne Anleitung ein Baumhaus für ihre Kinder zusammen geschreinert. Als eine von drei Geschwistern, allesamt Frauen, hat sie nun entschieden, den …