All posts filed under: Büchertipps

Ein Buch für diesen Sommer: Das Land der Anderen

Obwohl kein typisches Sommerbuch, die Dünen fehlen, kein strafversetzter Kommissar ermittelt und auch kein Liebesschwur kommt vor, so ist „Das Land der Anderen“ doch meine klare Sommerempfehlung. Literaturbegeisterte finden in diesem Buch von Leïla Slimani alles, was es braucht, um sich lesend in einen fernen Kontext zu verlieren und etwas klüger daraus wieder aufzutauchen. Der Roman der französisch-marokkanischen Autorin und Prix Goncourt Preisträgerin, der im Marokko der Nachkriegsjahre spielt, kennt Tragisches und Gewalt, aber das Bild, das zurückbleibt, sind starke Figuren, die dem Leben nicht nur etwas abtrotzen, sondern es auch mit ihren Visionen und ihrer Beharrlichkeit durchtränken. Kargheit, flirrende Hitze und Widerständigkeit Im Zentrum der Geschichte steht ein ungleiches Paar, die starke und lebendige Französin Mathilde und Amine, der ernste Marokkaner mit den schönen Gesichtszügen. Zerrissen zwischen Tradition und Moderne, zwischen Aufbruch und Resignation verdingt Amine sein Leben mit der Fruchtbarmachung an sich unfruchtbaren Bodens. Mathilde sieht ihren Mann selten und zieht unter der flirrenden Hitze in der Abgeschiedenheit ihres einfachen Hauses deren beiden Kinder groß und beginnt in Ermangelung einer erfüllenden Aufgabe eine …

Kinderbücher shoppen in der Wiener Innenstadt

Also wenn ich so richtig Zeit habe oder sie mir einfach nehme (denn war hat sie schon die Zeit?), dann fahre ich gerne in die Wiener Innenstadt zum Bücher shoppen. Hin und wieder allein, meist nehme ich eines meiner Kinder mit. So eine Art Mutter-Kind-Ausflug mit integrierter Zeitreise. Denn wo anders ließe sich das Flair früherer Tage mehr erfahren als in den Hintergassen des Stephansplatzes? Und dann erst diese entzückenden Buchhandlungen abseits des Mainstreams mit Harry Potter Feeling – Stichwort Winkelgasse!! Das ist Flanierschopping de luxe. Auf zum Flaniershoppen Erst kürzlich hat uns wieder die Reiselust gepackt. Mit ausreichend (Geld-)Talern versehen sind wir vom äußersten westlichsten Bezirks Wiens in die Wiener Innenstadt aufgebrochen, besuchten Buchhandlungen und Kaffeehäuser gleichermaßen. Früher als unser Sohn noch kleiner war, galt bereits die U-Bahnfahrt zum Stephansdom – unserem fixen Starpunkt – als Highlight schlechthin … Inzwischen interessiert ihn mehr die Höhe des Domturms und das geschäftige Treiben auf den Gehsteigen mehr denn die Pferdekutschen daneben. Doch die gemeinsame Zeit beim Flaniershoppen erleben wir immer noch als kleiner Alltagsluxus. Welche Buchhandlungen …

Kinderbücher zum Lachen

Nein, kein Witz. Es gibt Kinderbücher, die sind so komisch, da „zerkugelt“ es dich, wenn du sie liest. Wir besitzen ein paar solcher Lieblingsbücher. Die Geschichten darin, die ulkigen Illustrationen, bewusst gesetzter Nonsens sowie jede Menge Überraschungseffekte schenken das, wovon man nie genug bekommen kann: große gemeinsame Lachmomente! Für diese Art von Büchern gibt es zudem (so gut wie) keine Altersgrenze, weder nach unten noch nach oben. Ich lese solche Bücher daher auch gerne mit altersgemischten Kindergruppen. Das eine Kind versteht einen Witz, das andere entdeckt ein überraschendes Element in den gezeichneten Bildern, wiederum ein anderes wird vom schelmisch-leuchtenden Gesicht der Vorleserin bzw. des Vorlesers zum Schmunzeln angesteckt. Hahn in Not: Heiteres Roadmovie auf zwei und vier Beinen Zur alljährlichen Eiersuche passt die tierische Geschichte „Hahn in Not“. Sie ist irgendwo zwischen Detektivgeschichte, Roadmovie – das Tempo nimmt rasant zu – und den Eigenheiten einer Dorfgemeinschaft angesiedelt. Misstrauisch-besserwisserisch und doch auch liebenswürdig hilfsbereit erweisen sich die Dorfbewohner*innen, in deren Zentrum ein völlig übermüdeter, arbeitsunfähiger Hahn steht. Klamaukartige Szenen und witzige Wortgefechte bestimmen das Buch. „Dieser …

Fröhliches Mädchen will Schneeflocken fangen

Gefühle-Tagebuch für Kinder

„Mama, ich mag dieses neue Buch, dieses Gefühle-Buch sogar sehr.“ Meint mein Volksschulkind. Interessant. Ich nämlich auch. Ich weiß nur nicht, was ich lieber mag, das Ziel des Buches, den Zugang von Kindern zu ihren Gefühlen zu stärken oder die exklusive und schöne Mama-Sohn-Zeit, wenn wir das Buch „Das gute Gefühl“ allabendlich zur Hand nehmen. Hmm … Oder sind es einfach die verschiedenen wohligen Erinnerungen, die beim nochmaligen Teilen schöner Erlebnisse hochkommen? Da sind nicht selten ein paar Überraschungseffekte dabei, ich staune, was alles aus Kindersicht als „schön“ wahrgenommen wird und wie viele Gefühle tagtäglich im Spiel sind. Jedes Gefühl hilft weiter Seit exakt einer Woche, wir sind bei Tag 7, füllen wir nun das Gefühle-Tagebuch aus. Den Tipp dazu haben wir von einer Freundin erhalten. Sie hat gute Erfahrungen mit diesem mit ihrer Tochter gemacht, die ansonsten nicht sehr mitteilsam ist. Das kann ich für meinen Sohn zwar nicht unbedingt behaupten, aber irgendwie ist der Zugang zu Gefühlen und mehr noch das Mitteilen dieser wirklich keine so einfache Sache. Was war das noch mal? …

Schreibtisch mit Aussicht Portrait Christine lesend

Schreibtisch mit Aussicht

Zu meinem Geburtstag Anfang des Jahres – genaugenommen am wirklich allerersten Tag des Jahres, zu Neujahr – hat mir mein Mann ein Buch geschenkt. Jetzt denkt vielleicht so manche/r „Gähn und Schnarchnase“, aber nicht, wer meinen Mann kennt. Jedes Buch aus seiner Hand ist eine Liebeserklärung an den oder die Beschenkte/n. Was mich anbelangt hat er zudem Humor bewiesen, denn es trägt den sinnigen Titel „Schreibtisch mit Aussicht“ und wer meinen Schreibtisch kennt, weiß, dass dieser auf eine Wand zeigt. Und die ist noch dazu in einem grässlichen Grün gestrichen. (Gut, die Farbe habe ich selbst zu verantworten, aber das ist wieder eine andere Geschichte.) „Stimmt’s Schatz?“ Das Buch ist auch inhaltlich definitiv eine in einen Buchdeckel eingeschweißte Liebeserklärung, nämlich an alle schreibenden Frauen und so wohl indirekt auch an mich als Verfasserin von Bloggingtexten. Weil das Buch und mein Mann mir damit wohl sagen wollen, dass ich mich nicht unterkriegen lassen soll, dass ich weiterschreiben soll, was auch die Widerfahrnisse sind, die mir im Alltag so begegnen. Weil andere das auch schon erlebt haben, …

Naturkinderbücher

Kinderbücher und Natur

Kinderbücher sind für Kinder da. So weit so klar. Allerdings sind manche Kinderbücher so verdammt gut gemacht, dass auch Erwachsene nicht genug davon bekommen. Ein paar dieser unverschämt schönen Bücher im Themenspektrum „Natur“ muss ich euch unbedingt vorstellen. Alpenkino de luxe Alles rund um die höchsten Erhebungen auf der Erde erfährst du in „Die Welt der Berge“ von Dieter Braun: wann und wie sie entstanden sind, was man zum Schifahren alles braucht, welche Tiere wie hoch im Gebirge leben, in welchen Ländern berühmte Berge in den Himmel ragen und wie Menschen sich richtig im Gebirge verhalten. Braun schreibt im Vorwort: „Wo ich aufgewachsen bin, gibt es keine Berge. Es gibt dort viele Wiesen und Bäume, aber drum herum ist alles ganz flach.“ Wer hätte gedacht, dass ein Flachländler so einfühlsam über Berge schreiben kann. Auch die Illustrationen in diesem Buch sind eine Wucht. Kein Wunder, dass Dieter Braun immer wieder Preise abgestaubt hat, etwa von der Stiftung Buchkunst.Mit einem Lupe-Symbol gekennzeichnet, finden sich schließlich Infokästchen im Buch, die wissenswerte Zusatzinformationen liefern. Braun schreibt etwa: „Wusstest …