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Urlaubseffekt – wie bitte was war das nochmal?

Eines weiß ich nun mit Gewissheit. Man braucht nicht nach dem Urlaub in den Alltag zurückfinden. Denn der Alltag findet dich. So oder so. Da kannst du dich noch so gut verstecken. Oder wohlmeinende Ratschläge befolgen, wie man den sogenannten Urlaubseffekt am besten erhalten kann. Das Shampoo, das man sich eigens im Urlaub gekauft hatte, weiterhin verwenden oder einen Fotoabend mit Urlaubsfotostrecke planen. Pff.

Denn ehrlich, unsere Vorsätze, die wir im Urlaub fassen – „Nachher wird alles anders, nie wieder lasse ich mich so stressen“ – stehen meist schon am zweiten Tag auf wackligem Untergrund. Und mal unter uns: das Shampoo, das bereits im Urlaub eine Notlösung war, warum sollte das zuhause noch irgendeine Freude machen? Bloß wieder eine angebrauchte Packung mehr?

Naja, vielleicht sollte man vom Urlaub eben keine so superrealistischen Vorsätze mitnehmen wie wir das gerne tun. Unsere Klassiker sind: ab nun jeden Tag mehrere Stunden im Freien verbringen (hmm, wie geht das nur mit zwei Schreibtischjobs zusammen?), regelmäßig Sport treiben (ja, das Urlaubsessen zeitigt Effekte) oder nie mehr die Kinder anpflaumen – stattdessen besser miteinander gemütlich sein, lachen und rumalbern.

Vermutlich war bereits beim Formulieren der Vorsätze der Urlaubseffekt unser kühnster Einflüsterer, dieser kleine Gemütlichkeits-Schwadronierer und Heile-Welt-Vorgaukler. Doch ich nehme es ihm nicht üblich, denn in dem Moment hat es sich verdammt gut und richtig angefühlt.
Und ein bisschen Urlaubseffekt „derretten“ wir uns schon. Schließlich sind wir nicht nur Urlaubsprofis, sondern auch Rückkehrmeister*innen. Dazu meine Erfahrungen und Tipps:

  1. Nicht sofort am nächsten Tag bereits voll in die Arbeit durchstarten. Am besten ein, besser noch zwei (!) Puffertage einlegen. Allein das Wäsche durchwaschen, verräumen, Fotos runterladen braucht Zeit. Auch zwischendurch Füße hochlagern nicht vergessen.
  2. Sich und den Kindern Zeit geben, den Orts- und ggf. auch Wetterwechsel gut mitzugehen. Eventuell gibt es ein kleines Ankommensritual? Einmal sich im eigenen Bett verstecken? Das Lieblingsspiel vor dem Urlaub heraussuchen und spielen (sofern es nicht eh noch daliegt;-)? Eine Runde Eis ausgeben?
  3. Auf keinen Fall am ersten Tag kochen, sondern sich Essen holen. Maximal Nudeln mit Pesto sind erlaubt.
  4. Sich immer wieder vom Urlaub erzählen.
  5. Sich klammheimlich eine To Do Liste erstellen. So für den eigenen Überblick. Auf keinen Fall irgendwem davon erzählen! Am besten auch vor sich selbst geheim halten.
  6. Idealerweise erst an Tag 3 den Laptop zum ersten Mal aufklappen.
  7. Private Lieblingsprojekte definieren. Jetzt ist der beste Moment, sich den Dingen zu widmen, für die oft unterm Jahr die Zeit oder die Inspiriertheit oder beides fehlen. Etwa Wände mit Farbe streichen, das Kinderzimmer ummodeln oder auch die eigene Mobilität überdenken (Lastenrad statt Auto?) – tatsächlich sind wir selten so mutig und entscheidungsfreudig wie nach einem längeren Urlaub. Es ist übrigens auch eine guter Zeitpunkt auszumisten. Wir trennen uns gern von Dingen, weil wir entdeckt haben, dass wir auch mit weniger gut auskommen.
  8. Maximal zwei Lieblingsprojekte auswählen. Das reicht schon für’s gute Gefühl. Und wir wollen ja nicht in einen neuerlichen Freizeitstress rutschen, nicht wahr?
  9. Ganz wichtig. Den nächsten Urlaub planen!
  10. Am besten gleich wieder losfahren. Wenn das nicht klappt, dann schöne Plätze (Lieblingsplätze) in der näheren Umgebung aufsuchen, tief einatmen und einfach nur genießen.

Hey, ich freu mich auch schon drauf ein paar unserer Urlaubshighlights mit euch zu teilen. Wir sind Hardcore-Campierer, selbst eine Woche Regen hält uns nicht auf. Na ja, fast nicht. Außerdem haben wir unverhofft ein paar neue Lieblingsplätze in Kärnten und Graz entdeckt. Schon neugierig?

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