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Campingplatz – wieso weshalb warum?

Ich oute mich jetzt einmal ganz ungeniert. Wir sind eine Camper-Familie. Mit allem was dazu gehört. Schweißtreibender Zeltaufbau, Packen im Stil einer kleinen bis mittleren Haushaltsverfrachtung, selbst frustrierende Regentage kennen wir. Und ja, wir wissen schon, dass es Hotelbetten gibt, die warm sind und deren Bezüge jemand anderer für uns wechselt. Wir kennen auch Frühstücksbuffets und den Komfort von Spaduschen und Indoorpools. Und trotzdem wählen wir im Zweifelsfall immer die Non-Hotel-Variante. Zumindest, wenn wir mit den Kindern unterwegs sind, aber auch sonst ganz gern. Warum? Die Warumfrage Diese Frage wird einem manchmal unverhohlen verständnislos, oder häufiger noch mitleidsvoll-anteilnehmend entgegengebracht. So als könnten wir es uns anders nicht leisten oder hätten einfach noch irgendwelche Überreste an Steinzeitwurzeln in uns, die uns nicht sehen lassen wollen, dass ein richtiges Dach über dem Kopf eine Art Errungenschaft ist, hinter die man nicht ernsthaft zurück wollen will. „Urlaub ist“, wird in erster Linie argumentiert, „keine Arbeit wie zuhause zu haben“ und der Genuss, einmal „von vorn bis hinten bedient“ zu werden und „dass man sich dieses bisschen Luxus wohl …

Urlaubseffekt – wie bitte was war das nochmal?

Eines weiß ich nun mit Gewissheit. Man braucht nicht nach dem Urlaub in den Alltag zurückfinden. Denn der Alltag findet dich. So oder so. Da kannst du dich noch so gut verstecken. Oder wohlmeinende Ratschläge befolgen, wie man den sogenannten Urlaubseffekt am besten erhalten kann. Das Shampoo, das man sich eigens im Urlaub gekauft hatte, weiterhin verwenden oder einen Fotoabend mit Urlaubsfotostrecke planen. Pff. Denn ehrlich, unsere Vorsätze, die wir im Urlaub fassen – „Nachher wird alles anders, nie wieder lasse ich mich so stressen“ – stehen meist schon am zweiten Tag auf wackligem Untergrund. Und mal unter uns: das Shampoo, das bereits im Urlaub eine Notlösung war, warum sollte das zuhause noch irgendeine Freude machen? Bloß wieder eine angebrauchte Packung mehr? Naja, vielleicht sollte man vom Urlaub eben keine so superrealistischen Vorsätze mitnehmen wie wir das gerne tun. Unsere Klassiker sind: ab nun jeden Tag mehrere Stunden im Freien verbringen (hmm, wie geht das nur mit zwei Schreibtischjobs zusammen?), regelmäßig Sport treiben (ja, das Urlaubsessen zeitigt Effekte) oder nie mehr die Kinder anpflaumen – …

Ein Buch für diesen Sommer: Das Land der Anderen

Obwohl kein typisches Sommerbuch, die Dünen fehlen, kein strafversetzter Kommissar ermittelt und auch kein Liebesschwur kommt vor, so ist „Das Land der Anderen“ doch meine klare Sommerempfehlung. Literaturbegeisterte finden in diesem Buch von Leïla Slimani alles, was es braucht, um sich lesend in einen fernen Kontext zu verlieren und etwas klüger daraus wieder aufzutauchen. Der Roman der französisch-marokkanischen Autorin und Prix Goncourt Preisträgerin, der im Marokko der Nachkriegsjahre spielt, kennt Tragisches und Gewalt, aber das Bild, das zurückbleibt, sind starke Figuren, die dem Leben nicht nur etwas abtrotzen, sondern es auch mit ihren Visionen und ihrer Beharrlichkeit durchtränken. Kargheit, flirrende Hitze und Widerständigkeit Im Zentrum der Geschichte steht ein ungleiches Paar, die starke und lebendige Französin Mathilde und Amine, der ernste Marokkaner mit den schönen Gesichtszügen. Zerrissen zwischen Tradition und Moderne, zwischen Aufbruch und Resignation verdingt Amine sein Leben mit der Fruchtbarmachung an sich unfruchtbaren Bodens. Mathilde sieht ihren Mann selten und zieht unter der flirrenden Hitze in der Abgeschiedenheit ihres einfachen Hauses deren beiden Kinder groß und beginnt in Ermangelung einer erfüllenden Aufgabe eine …

Kinder schwimmen im See

Wunderbare Jahre Kindheit

Es gibt sie. Diese Dinge, die uns glücklich seufzen lassen: „Ja, so muss Kindheit aussehen.“ Und dabei denken wir an Twinny-Eis, an Baumschaukeln und an Kinder, die gemeinsam und ohne elterliche Aufsicht durch die Natur streifen. So zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis gibt es natürlich das elterliche Helikoptersyndrom, die ÖNORM, welche Baumschaukeln in Gemeinschaftsgärten untersagt, und sicherlich schon gehört, Eis soll ja nun auch wieder nicht sooo gesund sein. Warum wir gegenhalten müssen Wo liegt das rechte Maß? Das beschäftigt mich als Mama von Kleinkindern oft. Wann ist es gut in einen Kinderkonflikt einzugreifen und wann sollte ich besser noch zuwarten? Ist das gesunde Essen wichtiger oder das stressfreie gemeinsam am Tisch Sitzen? Lasse ich mein Kind öfter selber etwas ausprobieren, auch wenn es womöglich im Chaos endet oder gebe ich viel vor? Wieviel Eigenständigkeit traue ich meinem Kind zu und wieviel Sicherheit brauche ich als Mama oder Papa? Diese Frage steht übrigens hinter fast allem. Meine Erfahrung dazu: Es ist zwar Teil unseres Eltern-Jobs Gefahren richtig einzuschätzen, aber die Kinder haben …

Christine alias Heldin im Chaos ist mit zwei Rucksäcken bepackt und blickt zu dir

Warum ich in der Genossenschaft für Gemeinwohl bin

Ich erinnere mich noch genau. Es war 2015 und noch sommerwarm, als ich mit dem Fahrrad zu meiner damaligen Arbeitsstätte unterwegs war. Beim Warten an der roten Ampel vor der letzten Straßenquerung entdeckte ich einen Aufkleber am Ampelmasten. Auf diesem war ein buntes Logo abgedruckt und sinngemäß die Frage, ob ich auch finde, dass Geld wieder mehr dem Gemeinwohl dienen sollte. Aha, meine mich in meinem Privatkämmerchen beschäftigenden Fragen haben also auch andere Menschen? Und diese sich als Genossenschaft für Gemeinwohl bezeichnende Gruppe ist auch noch so sympathisch old school, dass sie Aufkleber an Masten verteilt? Ich war gerade mal wieder auf der Suche nach einer neuen Bank, einer die klug und sinnvoll agiert, und dachte mir, dass ich bei der Gruppe vielleicht fündig würde. Doch brauchte es exakt noch weitere fünf Jahre, bis ich schließlich Kontakt aufnahm und ganz stolz meine ersten Genossenschaftsanteile unterschrieb. Work und Life Balanceakt Was lag dazwischen? Wie so oft und bei den meisten: das Leben. Andere Dringlichkeiten. Unmittelbareres als ein doch auf den ersten Blick eher abstraktes Gemeinwohlprojekt. In …

Windel ade! Oder doch nicht?

Sommerzeit heißt für viele ab ins Schwimmbad oder an den Strand. Vielleicht noch ein Cocktail dazu. Yeah! Für Eltern können die Sommermonate aber auch etwas ganz anderes heißen, nämlich „Yeah, endlich Gelegenheit das Kind trocken zu kriegen.“ Tja, so ändert sich die Perspektive. Nackibutzi sein dürfen Um überhaupt ein Gespür zu entwickeln, dass sich „da unten“ etwas tut oder tun könnte, ist es wichtig, dieses „Unten“ auch zu sehen und selbst spüren zu können. Im Sommer eben, wenn man auch mal nackt in der Wohnung oder im Garten rumlaufen kann. Wenn nicht mehr Schichten an Kleidung und Windeln über dem Geschlecht und dem Popo der Kinder liegen. „Im Sommer dann“ ist natürlich manchmal auch ein hilfreicher Aufschub, um sich nicht während des stressigen Berufs- oder Schulalltags damit befassen zu müssen. Denn Trockenwerden verlangt Aufmerksamkeit und Zeit. Je nach Kind sogar viel Aufmerksamkeit und Zeit. Meist kann man sich auch wieder auf ein paar unterbrochene Nächte einstellen, wenn Bettzeugwechsel angesagt ist. Der Zeitfaktor Nicht zu sehr drängen, aber doch immer wieder Angebote setzen, ist als Impulsgeber …

Sommer mit Schulkind: Drei No Go’s

Die Temperaturen passen. Die Stimmung auch: „Mama, ich mag nicht mehr in die Schule, wann sind eeendlich Ferien?“ Und für Sommerunterhaltung ist auch schon gesorgt. Omabesuch in Vorarlberg, Campingurlaub in den Bergen und ein steirisches Wildniscamp lassen das Kinderherz unseres Erstklässlers höher schlagen. Nur die Frau Mama will nicht zur Ruhe kommen. Drei Dinge gehen ihr gehörig auf den Keks: Gurgeltests in Sommercamps, Sommerschulen zur Leistungsnachholung und 9 (echt, immer noch??) lange Ferienwochen. Gurgeltests in Sommercamps Unser Schulkind ist jetzt schon der Meistgeteste in unserem Haushalt – dreimal die Woche(!) -, obwohl er zeitgleich der am wenigsten Gefährdete ist. Das wiederholen Public Health Leute in der Dauerschleife: Es handelt sich bei Kindern um eine nicht primär gefährdete Zielgruppe, die Durchimpfungsrate bei den Erwachsenen ist zudem bereits hoch und die aktuelle Inzidenz lässt sich by the way sehen (und gilt in ihrer Aussagekraft und Wirksamkeit übrigens für alle, auch für Kinder, selbst wenn sie nicht zu den wirtschaftskräftigen Konjunkturbescher*innen zählen). Lasst uns gemeinsam an einer Lobby der Kinder arbeiten. Ihre Lobby ist nur echt besch… Und …

Schulschluss – was jetzt schon?

Unglaublich. Dieses Jahr ist rübergerutscht wie nix. Da standen wir im Herbst mit Schultüte und bemaskt vor dem Schulgebäude und jetzt soll bereits Sommer sein. Wie geht das denn bitte? Mir fehlen gefühlt Wochen, um mich darauf einzuschwingen, dass jetzt die Sommerferien – die allerersten richtig langen Ferienwochen für uns!! – starten. Vom Winter direkt in den Sommer Ist das jetzt jedes Jahr der Fall, dass man sich am Schuljahresende fragt, wie das so schnell gehen konnte? Ist schließlich unser erstes hochoffizielles Jahr mit Schulkind. Oder haben die zeitweiligen Schließwochen (you know „Lockdowns“) dazu beigetragen? Die zählbaren Tage im (mit Betonung auf im) Schulgebäude sind in diesem Jahr ja tatsächlich deutlich geringer ausgefallen als all die Vergleichsjahre zuvor. Oder ist es auch dem lahmen Frühling geschuldet, der überdurchschnittlich lange brauchte, um in die Gänge zu kommen? Und jetzt ist tatschfall richtig Sommer und wir also um unser Dazwischen gebracht. Wir wurden somit nicht nicht nur um Schulanwesenheitszeit, sondern auch um Frühlingsanwesenheitszeit betrogen. Krass. Der Mensch ist flexibel Das muss der Organismus und mehr noch der …

Chaos-Bekenntnisse

Präambel. Chaos ist vielschichtig. Chaos hat aber immer mit Unordnung zu tun. Die Unordnung kann überall sein. Innen wie außen. Chaos fühlt sich nicht immer gleich an. Es kann sich lebendig anfühlen oder erdrückend. „Chaos“ eignet sich weder als Ziel noch als Methode und bringt doch viel hervor. Und auf einmal wird klar, warum Weltkrise und mein Kleiderschrank zusammenhängen. Überall herrscht Unordnung. heldinimchaos Das Chaos in der Welt. Klimakrise, Autoritäre Politik, Ungerechtigkeit sind einige seiner schwärzesten Namen. Es handelt sich um eine Form von heillosem Chaos. Dieses Chaos ist verrückt, zerstörerisch und tragischerweise langlebig. Was kann der Einzelne tun? Hilft der Gang der kleinen Schritte? Wer stellt die Lobby für die, die keine Stimme haben? Neben der Zivilgesellschaft sind hier die Politik und Großunternehmen am meisten in der Verantwortung zu handeln. Das Chaos im Abstellraum. Die Werkzeugkiste gehört endlich einmal wieder sortiert und warum, verflucht noch einmal, ist das Bücherregal schon wieder bis oben zugestopft? Von was trenne ich mich leicht, von was nicht und warum, herrjemine, muss ich das entscheiden? Wer führt die Sachen …

Kinderbücher shoppen in der Wiener Innenstadt

Also wenn ich so richtig Zeit habe oder sie mir einfach nehme (denn war hat sie schon die Zeit?), dann fahre ich gerne in die Wiener Innenstadt zum Bücher shoppen. Hin und wieder allein, meist nehme ich eines meiner Kinder mit. So eine Art Mutter-Kind-Ausflug mit integrierter Zeitreise. Denn wo anders ließe sich das Flair früherer Tage mehr erfahren als in den Hintergassen des Stephansplatzes? Und dann erst diese entzückenden Buchhandlungen abseits des Mainstreams mit Harry Potter Feeling – Stichwort Winkelgasse!! Das ist Flanierschopping de luxe. Auf zum Flaniershoppen Erst kürzlich hat uns wieder die Reiselust gepackt. Mit ausreichend (Geld-)Talern versehen sind wir vom äußersten westlichsten Bezirks Wiens in die Wiener Innenstadt aufgebrochen, besuchten Buchhandlungen und Kaffeehäuser gleichermaßen. Früher als unser Sohn noch kleiner war, galt bereits die U-Bahnfahrt zum Stephansdom – unserem fixen Starpunkt – als Highlight schlechthin … Inzwischen interessiert ihn mehr die Höhe des Domturms und das geschäftige Treiben auf den Gehsteigen mehr denn die Pferdekutschen daneben. Doch die gemeinsame Zeit beim Flaniershoppen erleben wir immer noch als kleiner Alltagsluxus. Welche Buchhandlungen …