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Meine Grätzel-Lieblinge in Hütteldorf

Grätzel ist in Wien nicht gleich Grätzel. Es gibt die klassischen Grätzelgrenzen, also das, was als engerer Wohnbezirk gilt und das, was sich aufgrund der täglichen Gehwege und Notwendigkeiten als erweiteter Grätzelbereich auftut. Mein persönliches Grätzel erstreckt sich daher gefühlt vom Hütteldorfer Kern im strengen Sinne rund um das Fuhrmannhaus, einer Weinschenke in historischem Gemäuer bis hin nach Breitensee, wo sich mein Lieblingsfriseurstudio befindet. Achtung: Im Mauerschatten des Furmannhaus-Eingangs gibt es im Mai und Juni wieder die frischen und köstlichen Erdbeeren vom Kaiblinger zu kaufen!

Welche meiner persönlichen Lieblingsorte sich da entlang der legendären 49er Straßenbahn auftun, davon könnt ihr gleich lesen. Wo ich so schreibe, wenn ich nicht zuhause schreibe, wo ich mir was gönne, wenn ich mal ohne Kinder unterwegs bin, und wo ich spazieren geh, um mich mal ordentlich auszulüften. – Take care! Wir könnten uns treffen.:-)

Café Deli Noomi

Wenn es mich mal zum Arbeiten in ein Café zieht, dann am liebsten ins Noomi. Es gibt einen superköstlichen Kaffee mit feinporiger Crema aus einer echtechten Espressomaschine, top funktionierendes WLAN und zudem leckere Frühstücks- und Snackoptionen. Etwa das fantastische Avocadobrot, verschiedene Eierspeisvarianten, süße und pikante Frühstücks-Kompositionen. Ah ja, und die beliebten Torten, z.B. die Schokomousse-Torte, gibt es auch zum Mitnehmen.
Vom Ambiente her ist es chillig, könnte auch eine Bar irgendwo in Split am Meer sein, die Kellner*innen sind zurückhaltend-freundlich, die Sessel urgemütlich, grüne Pflanzenkörbe (schauen echt aus, sind es aber nicht) hängen von der Decke, dezente Barmusik läuft. Hier treffen sich alle, der Gärtnerei-Mitarbeiter von vis-à-vis, Jung-Eltern mit Kinderwagen, die Dame vom Gemeindebau ums Eck und Businessleute. Herrlich. Der hübsche (wenngleich direkt an der Straße befindliche) Schanibereich öffnet ab ca. Mitte April. Platz reservieren macht ab 2 Personen Sinn.

14., Hütteldorfer Straße 299
https://www.noomi.at

Magnolia – Modegeschäft für Frauen

Ich bin nicht die klassische Shopping-Queen, aber zu Margit vom Magnolia zieht es mich doch immer wieder magisch hin. Ich liebe ihre Beratungstaktik. Sie zaubert tolle Teile hervor, zieht aber auch mal die Augenbraue hoch, wenn sie von einer Kombi nicht so überzeugt ist. Das schätze ich an der Ladenchefin. Außerdem gibt es ein einfaches Kundinnen-Rabattsystem und einen guten Mix aus günstigeren sowie teureren Klamotten. Modisch rennt alles so zwischen sportiv-feminin und lässig-elegant. Wird Zeit, dass ich es endlich einmal zu den zweimal jährlich stattfindenden Mode-Release-Partys mit Getränken und Knabbereien schaffe!! Ah ja, und als Mann wird nur fündig, wer auf feminine Kleidung steht. Die Herrenabteilung sucht ihr vergeblich.

14., Hütteldorfer Straße 155
www.magnolia.at

Friseurstudio „Der Salon“

Ja, es ist kein Zufall, dass dieses Friseurstudio mit dem schlichten Namen „Der Salon“ ausschließlich 5 Sterne in den Google-Bewertungen aufweist. Hier passt einfach alles: die Qualität des Haarschnitts, die persönliche Stylingberatung und die Atmosphäre. Die Chefin Michi (Michaela Trippl-Frieß) und ihr Team haben mit dem Salon – es gibt übrigens zwei Michis, nicht ganz unverwirrend – eine Vorgabe geschaffen, die andere erst erreichen müssen. Insbesondere im Bereich neuer Farbtechniken oder ökologisch nachhaltiger Stylingprodukte ist Michi, die jahrelang bei Top-Stylist*innen in New York mitarbeiten konnte, laufend auf der Suche nach Verbesserungen. Wir fühlen uns als ganze Familie wohl in diesem Studio mit Wohnzimmerqualität. Da kriegt man auch mal nen klasse Buchtipp mit und die Schatzkiste für die Kinder ist stets aufgefüllt. Aus der dürfen sie nach dem Friseurbesuch auswählen. Einziger Wehrmutstropfen: einen Termin zu kriegen ist echt nicht leicht.

14., Huttengasse 15
www.dersalon.eu

Ingrid Blumen & Kunsthandwerk

Jetzt ist das so eine Sache mit Geschäften, in deren Name die Geschäftsinhaberin verewigt ist… Findet ihr nicht auch? Im Falle von diesem kleinen versteckten Blumengeschäft, das mich in seiner liebevoll-nachlässigen Art hinsichtlich Einrichtung und Dekoration an Läden in Paris erinnert, ist der Name allerdings Programm. Ein Sofa im Eck, Blumenkränze an der Wand, ein paar selbst gemalte Bilder an den Wänden, Vasen und Kerzen stehen auf der Kommode und können auch erworben werden. Einfach nachfragen. Alles hier ist Ingrids Werk. Die gebürtige Slowakin hat mit diesem Blumengeschäft ein nachbarschaftliches Refugium geschaffen mit ihrem ganz persönlichen Stil von gekonntem Handwerk und künstlerischen Details. Die Blumenarrangements tragen oft eine romantische Note und integrieren Saisonales, das mag ich sehr. Aufwändigere Arrangements und für Anlässe müssen vorbestellt werden, da es ein 1-Personen Betrieb ist. Manchmal macht eine kurzfristige Terminerinnerung hier noch mal Sinn.;-) Und die Webseite, naja, ist noch immer im Aufbau begriffen. Die Herzlichkeit von Ingrid macht das allemal wett.

14., Linzer Straße 406

Paradiesgründe

Und weil sich in Hütteldorf quasi von jedem Punkt aus der Wienerwald auftut, liegt es in der Natur der Sache, dass es einen rauszieht in die Natur. Wienerwald ist nämlich kein läppischer Stadtwald, sondern heißt zurecht die grüne Lunge Wiens. Ausflügler*innen können hier auf verschiedensten Stadtwanderwegen die Natur genießen und „runterkommen“. Ich persönlich bin ein großer Fan der Paradiesgründe. Dort ein Picknick zu genießen und Zeit mit den Kindern zu verbringen, ist wunderbar naturnah und dennoch mit den Bussen 52S, 52B und 43B von der U4 Hütteldorf Station aus gut erreichbar. Es gibt einen kleinen Spielplatz und im Winter eine Rodelwiese. Aber auch verschiedene längere und kürzere Wanderungen laden von hier aus ein: etwa Richtung Steinhofgründe (und dem Rosentaler Schutzhaus) oder Richtung Dehnepark, ggf. auch deutlich weiter Richtung Riegler Hütte, Schottenhof (Chalet Moeller) undundund. Nicht irritiert sein, wenn einmal ein kürzeres Siedlungsgebiet gequert werden muss.

Der (untere) Eingang zu den städtischen Paradiesgründen befindet sich etwas unscheinbar hinter einer pflanzenumrankten metallenen Gittertür direkt bei der Busstation Freyenthurmgasse. Toiletten gibt es außerhalb der freien Natur keine. Eine kleine Zeckenkontrolle im Nachgang macht durchaus Sinn, das Gras wird nur einmal im Jahr von Wanderschafen gemäht.

14., Hüttelbergstraße 22
Station Freyenthurmgasse, Busse 52A, 52B und 43B

Zum Schluss

Und spätestens, wenn ihr die Rapid-Fans bis in den Wienerwald rauf jubeln hört, wisst ihr, wo die eigentlichen Grätzelgrenzen verlaufen. Weil die sind grün-weiß, wie die Schals der Fans des Wiener-Fußballtraditionsvereins. Rapidmatch ist Ehrensache und in Hütteldorf steht bei großen Matches nicht nur die 49er still, sondern auch die Polizei Spalier. Na bumm.

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