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Von überschießenden Pollen und einem Kanalisations-Rendevouz

Letzte Woche war eine typische Chaos-Woche. Kulminiert ist das ganze dann im Versenken einer Kontaktlinse im Abflussrohr. Aber begonnen hat es schon viel früher. Und schuld daran war natürlich der März.
Wieso das so ist? Weil März ein betrügerischer Monat ist. Einer der ganz fiesen Sorte. Findet ihr nicht auch? Er schenkt uns frische Lebensenergie und baut dann zig Hürden ein. Zum Beispiel so: Er gibt uns das Gefühl, dass es ach schon so fein warm ist, und dann ziehen wir uns viel zu kalt an und hängen da: mit Schnupfen oder Husten oder einer verkühlten Blase.

Alles und am besten jetzt

Doch noch viel schlimmer ist das unbändige Aufbruch-Gefühl, das er uns gibt. Jaja, jetzt können wir a l l e s machen und a l l e s schaffen, endlich die hundert Dinge angehen, die wir uns vorgenommen haben, das neue Hobby, die Gartenvorarbeiten, frische Arbeitsprojekte. Und nebenbei am besten alle treffen, die wir schon soooo lange nicht mehr gesehen haben. Wann waren wir eigentlich das letzte Mal gemeinsam in Schönbrunn oder auf einen Aperol-Spritzer zu Mittag? Klar, Frühjahrsputz muss auch sein, denn wir erahnen jetzt nicht mehr nur den Fensterschmutz wie noch im dunklen Februar, nein, wir sehen ihn jetzt tatsächlich. Und weil wir schon dabei sind, haben die Kinder überhaupt passende Frühjahrsschuhe?? Und so finden wir uns mirnichtsdirnichts in der Selbstüberforderungsfalle wieder. Solche Exemplare wie ich flattern dann hastig von links nach rechts und hoffen einfach nur, dass der Sohn endlich den versprochenen Beam-Bogen, der uns ohne Zeitverlust überallhin verfrachtet, fertig gebastelt kriegt. Problem gelöst.

Wie die Kontaktlinsen flöten gingen …

Eine Freundin sagte mir mal, dass das Wort „Hasten“ von „Hassen“ kommt. Und ja, man könnte es schon als Selbst-Hass verstehen, wenn du deine Kontaktlinsen einfach den Abfluss runterspülst. So mir passiert. Neulich. In einem morgendlichen Überschwang (oder war es noch im Resttraum der Nacht??) kippe ich den Kontaklinsenbecher einfach aus (statt die Linsen einzusetzen), spül noch ein bisschen Wasser hinterher, bis endlich die Alarmalarm klingeln. Da stand ich nun da. Klassisch ausgebremst würde ich sagen. Selber schuld, wenn der innere Rhythmus (Schritt für Schritt, langsam und bedächtig – hab ich schon erwähnt, dass ich absolut multitasking-unfähig bin?) und die äußere Energie („ich könnte die Welt umarmen – die gelben Primeln sind so schön“) so gar nicht, aber so wirklich gar nicht zusammenpassen?

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit reicht dann schon und ich werde schwuppdiwupp zur Saboteurin an mir selbst.

Good day sunshine!

Eins ist allerdings sicher, nach so ner Aktion bist du aber so was von wach. Und beschäftigt. Nur nicht mit dem, was du dir vorgenommen hast. Klammer auf, kleine Liebesstory. Mein Mann hat für mich im Siffon nach den Linsen gefischt. Und jetzt kommt’s: ohne zu sudern und ohne Vorwürfe!!! (Gut, vielleicht war er auch noch zu müde. Dennoch, ich rechne ihm das hoch an, so auf nüchternen Magen …) Eine haben wir zum Glück wieder gefunden, die andre ist ein Geschenk an die Kanalisation. Schluck. Hoffentlich krepiert keine Ratte daran, stelle ich mir irgendwie grausam vor. Gibt ja anscheinend schon genug an Plastikmüll verendende Lebewesen…
Wir wissen übrigens nach wie vor nicht, ob der Fund die linke oder die rechte Linse war. Mein Mann lakonisch: „Sie spricht ja nicht mit uns.“ Eben. Und daher war die Frage der Augenarzt-Assistentin dahingehend irgendwie überflüssig und zugleich mein Gewissen noch viel übler, weil die allesamt jetzt ordentlich beschäftig waren das Unmögliche rauszufinden. „Kann ja mal passieren“, sagen Assistentin und Ärztin unisono. Danke März, du machst die Menschen so großzügig und leicht. Das muss man dir echt lassen.

Pollenallergie ist trotzdem Mist

Aber was das Pollen-Geplage anbelangt, da rücke ich keinen Millimeter ab. Das ist einfach nur Mist. Ich spreche hier nicht als direkt Betroffene, aber als sorgende Allergiker-Gattin und auch aus purem Selbstzweck. Weil es das lang ersehnte Draußen erst recht wieder zu einem Drinnen macht. Denn im März niesen die Pollenallergiker*innen mit den Covid-Schnupfengeplagten buchstäblich um die Wette. Ich meine hier ja einen Unterschied in der Nies-Art zu erkennen, aber vielleicht bilde ich mir das ja nur ein … Jedenfalls steht das Barometer auf Rot für Birke und ihre Verwandten. Danke März. Lass ma halt die Fenster zu und bauen eine Kleidungsschleuse. Und den Schönbrunnausflug verschieb ma auch erst mal. Braucht doch eh keine*r. Manchmal braucht es eben eine zweite Runde. Und die ist dann dafür die echte, die richtige, die geklärte, die von allem überschüssigen Ballast befreite.

Denn Krisen hin oder her der Frühling ist da und nichts und niemand kann uns daran hindern ein fröhlicher Frühlingsgnom zu sein.

Wird schon alles gut. Kann jedem mal passieren. Wir schaffen das. Zusammen. Und selbst wenn das Welt-Chaos uns ins Bedrängnis bringt. Wir halten dagegen.

Wir haben doch die März-Superkräfte!

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