About

Fotografin: Julia Wesely

Mein About ändert sich alle paar Wochen, weil auch ich mich gefühlt alle paar Wochen ändere. Das, was mir wichtig ist, das, was ich brauche, das, was so um mich herum passiert. Alles ist in einem ständigen Fluss. Manchmal fühlt sich das nach MMMhha allererste Sahne und Genuss an und manchmal nach Dunkel, Unlustig und Orientierungslos. Wo will ich hin? Wo sind meine Prioritäten? Hab ich überhaupt welche?

Wir küssen das Licht

Kinder lassen einen wachsen.

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Wobei ich bemerke, dass das Helle in mir und das Lichte um mich herum mehr wird. Daran haben auch unsere Kinder ihren Anteil. So viel sie uns fordern, sie haben doch stets eine starke Tendenz Richtung Licht. Sie wollen wachsen, sie wollen lernen, sie wollen gesehen werden. Und wir wachsen mit, wir lernen dabei ebenfalls viel (wohlgemerkt nicht immer freiwillig) und tja, auch wir Erwachsenen wollen gern gesehen werden.;-) Echt wahr.

Und zwar so, wie wir sind und nicht wie wir sein sollten oder könnten. Wobei über das „Könnten“ könnten wir noch reden …

Das Glück der Selbstakzeptanz

Viel Lebensglück lassen wir häufig auf der Straße liegen, weil wir uns an anderen orientieren oder uns selbst zu viel auferlegen. So habe ich lange Zeit dagegen angekämpft, irgendwie chaotisch zu sein. Mein Mann etwa meint, man könnte meine Notizzettel und Mind Maps fotografieren, denn sie würden als Kunstwerke durchgehen.

Ich habe Sitzfleisch und gebe dadurch anderen Orientierung im Raum

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Putzen oder Schreiben?

Ursprünglich stamme ich aus Vorarlberg, einem österreichischen Bundesland, das in Bezug auf Ordnung und Sauberkeit einen hohen Maßstab vorlegt. Fehlerhafte Bodenleisten gibt es nicht, keine Rotznase beim Rausgehn und auch kein Staub auf dem Regal. Zumindest in der Theorie. Jetzt bin ich nicht grad ein Dreckspatz, aber eine, die sich gern und gut verzettelt und die vieles justament in dem Moment wichtiger findet als zu putzen, sobald es ans Putzen geht. Außer natürlich ich muss etwas liefern (einen Artikel etwa), dann wiederum finde ich das Putzen auf einmal uuunglaublich wichtig.

Ich bekenne

Ich vergesse, Ich verzettele mich, ich erfinde Ausreden (vor allem für mich), ich lasse mich ablenken und einseifen, ich trödle. Multitasking ist ein Fremdwort für mich. Warum viel machen, wenn man eine Sache machen kann? Und darin voll eintauchen? Blöd nur, wenn niemand anderes da ist für den ganzen Rest. Stress!!!

Oder vielleicht so herum:

Ich setzte Prioriäten und die sind eben mehr poetischer Art, ich denke gut und gern und das macht Spaß, ich verweile, ich enteile, ich habe Sitzfleisch und gebe dadurch anderen Orientierung im Raum, ich finde fast immer, was ich brauche, nur eben zu einem anderen Zeitpunkt. Dann freut es mich aber keinen Deut weniger. Ehrlich. All das finde ich schön und manchmal nervt es mich auch unsäglich. Weil es so verdammt unpraktisch ist, weil es nicht zum Zeitgeist passt und weil ich mir oft selbst im Weg stehe.

Mein Mann sagt, meine Notizzettel gehen als Kunstwerke durch.

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Ineffizient, aber o-ho

Ihr seht. Effizienzumgehung der Extraklasse. Von unserer Sorte gibt es übrigens gar nicht so wenige. Und was das Beste daran ist: es ist verdammt gut so!
Wir sind die, die einfach so mal eine schöne Trauerrede im letzten Moment hinzaubern, weil wir bereits tage- und wochenlang Gedanken an den geliebten, verlorenen Menschen in uns herumtragen. Geistesabwesend ist es immer nur von außen besehen.
Und wir sind die, die bei einer Feier jederzeit auch mal spontan hereinschneien (können), Gäst*innen auf Abruf sozusagen. Wie der nächste Tag so läuft, darum kümmern wir uns dann eben morgen. Dafür bringen wir auch gerne eine last minute Delikatesse mit. Klar, schaut die Küche dann etwas wild aus. Wobei wir sind in dem Moment ja nicht zuhause. Wie unendlich praktisch.

Geistesabwesend ist es immer nur von außen besehen.

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